Compatibilizer-Haftvermittler für die Kunststofferzeugung

Compatibilizer und Haftvermittler Masterbatch für Polyolefine-Rezyklate wie PE und PP. Vereint unterschiedliche Recyclingkunststoffe zum Erreichen der PPWR-Quoten, ohne Eigenschaftsverlust.

 

Wer mehr Rezyklat einsetzen muss, ohne Reklamationen zu riskieren, steht vor einem grundlegenden Problem: PE und PP in gemischten Recyclatströmen vertragen sich mechanisch nicht. Mit einem Compatibilizer-Masterbatch beziehungsweise Haftvermittler lassen sich PCR-Anteile deutlich erhöhen. Dies ohne Verlust bei Schlagzähigkeit, Bruchdehnung oder Verarbeitungsstabilität.

Die Herausforderung im Alltag mit Rezyklat-Polymeren

«Wir sollen unseren Rezyklatanteil hochfahren, aber die Bauteile halten nicht mehr!» Diesen Satz hören wir derzeit von Kunststofferzeugern in fast jedem Marktsegment. Die Ursache ist fast immer dieselbe: PE/PP-Mischphasen. Selbst sortenrein gewonnenes rHDPE enthält typischerweise 3 - 15 % PP-Anteile, PP-Rezyklate enthalten regelmässig PE aus Etiketten, Foliendeckeln und Verschlüssen. Auf molekularer Ebene sind die beiden Polymere unverträglich; sie bilden in der Schmelze grobe Tropfen, an deren Phasengrenzen das Bauteil unter Last reisst. Die späterkannten Folgen sind Sprödbruch, frühe Ermüdung und Reklamationen, die oft erst Wochen nach Auslieferung erfolgen.

Was Granula® Compatibilizer-Masterbatch konkret löst

Mit einer 2 - 3 % Dosierung von Haftvermittler im Rezyklat lösen sich typischerweise und gleichzeitig drei Probleme, die heute einen höheren PCR-Einsatz blockieren:

1. Erfüllung des auftragsbezogenen Lastenheftes auch bei deutlich höherem Rezyklatanteil. Die Schlagzähigkeit, Bruchdehnung und Spannungsrissbeständigkeit bleiben auf Virgin-nahem Niveau.

2. Reduktion von Ausschuss und Reklamationen. Eine feinere Phasenverteilung bedeutet weniger lokale Schwachstellen, weniger Sprödbrüche im Feld und weniger Garantiefälle.

3. Einsatz von schwierigen Rezyklaten. Mischrezyklate, die heute in der Verbrennung landen oder zu Billigprodukten degradiert werden, werden wieder spec-fähig für hochwertige Teile.

Die Lösung: Einsatz von Granula®-Compatibilizer mit einer Dosierung von 2 - 3 % im Endcompound auf bestehenden Extruder- und Spritzgussanlagen unter Ausschluss von Zusatzinvestitionen.

Häufigste Anwendungsfälle von Compatibilizern

1. Variante PE-Stream 
Für rHDPE-Flaschen, PE-Folien und HDPE-Compounds mit PP-Kontamination. Typische Effekte im realen Rezyklat sind Steigerung der Bruchdehnung um den Faktor 2–3 und die Schlagzähigkeit gewinnt 80 % und mehr. Das bringt rHDPE-Material, das heute nur für minderwertige Anwendungen reicht, zurück in den Bottle-to-Bottle-Kreislauf oder in technische Verpackungen.

2. Variante PP-Stream
Für rPP-Compounds und PP-Spritzgussrezyklate mit PE-Anteilen. Hebt insbesondere die Kaltschlagzähigkeit bei –20 °C deutlich an (oft + 100 %), bei nur 5–10 % E-Modul-Reduktion. Das öffnet Anwendungen in Automotive-Innenteilen, Haushaltsgeräten und Logistikteilen, in denen rPP heute aus Spec-Gründen nicht zugelassen ist.

Konkrete Resultate durch Verwendung von Haftvermittlern

Verpackungsverarbeiter steigern den PCR-Anteil in HDPE-Flaschen von 30 % auf 50 % und höher, ohne dass Top-Load oder ESCR einbrechen. Damit wird die PPWR-Konformität erreicht und werden Kundenfreigaben gesichert.

Automotive- und Industriespritzguss ersetzen Virgin-PP in Bauteilen zunehmend durch rPP-Compounds, ohne die OEM-Spec für Schlagzähigkeit bei tiefer Temperatur zu verfehlen.

Folienhersteller verarbeiten PE-Folienrezyklate mit hohem Mischanteil zu technischen Folien (Bauwesen, Agrar), die ohne Kompatibilisierung wegen Gelbildung und Foliendurchschlag nicht produzierbar wären.

Compoundeure liefern auf Basis von Mischrezyklaten Compounds mit konstanten MFR- und Mechanik-Kennwerten und erlauben eine Lösung für ein bisher kaum lösbares Qualitätsproblem im Rezyklatgeschäft.

Was Granula® von Standardlösungen am Markt unterscheidet: Schweizer Produktion mit kurzen Lieferwegen in EU/EMEA, individuelle Rezepturanpassung an den konkreten Rezyklatstrom statt Einheitsprodukt, durchgängig PFAS-freie Herstellung mit Analysenzertifikat und enge Versuchsbegleitung direkt mit dem F&E-Team, statt anonymer Datenblatt-Lieferung.

PPWR: das Zeitfenster läuft

Die EU-Verpackungsverordnung PPWR (EU 2025/40) schreibt verbindliche Rezyklatanteile ab 2030 vor – je nach Anwendung 10 % bis 35 %, ab 2040 bis zu 65 %. Wer heute noch mit niedrigen PCR-Anteilen produziert, muss in den nächsten 36 Monaten umstellen. Kompatibilisierung ist dabei die technische Lösung, um die Mechanik zu halten. Wer jetzt qualifiziert, hat Zeit für interne Tests, Kundenfreigaben und Linienoptimierung. Wer wartet, gerät in Lieferketten-Stress, sobald die vorgegebenen PPWR-Quoten greifen.

Granula® als Partner für Compatibilizer

Granula als Partner für Compatibilizer-Masterbatch bietet Kunststoffherstellern konkrete Vorteile:

  • Rezeptur abgestimmt auf Ihren Rezyklatstrom. Wir prüfen Ihr konkretes PCR-Material und entwickeln die passende Variante (Verträglichkeitsvermittler, Phasenvermittler oder kombinierte reaktive Lösung).
  • Versuchsbegleitung inklusive Mechanikprüfung. Charpy, Zug, MFR im Anwendungs-Rezyklat, mit Vorher-Nachher-Vergleich.
  • PFAS-frei. Ohne fluorierte Verarbeitungshilfen, analytisch nachweisbar.
  • Lebensmittelkontakt möglich. Mit Konformitäten EU, FDA, China.
  • Swiss made. Kurze Lieferwege in EU/EMEA, zertifiziert nach ISO 9001 und ISO 13485.
  • PPWR-Dokumentation. Konformitätserklärungen und Design-for-Recycling-Nachweise.
Granula® – Die Spezialisten für Compatibilizer und Haftvermittler Masterbatch

© Granula AG, 04.06.2026. Verfasser: Sulo Zendeli, CEO / MAS Polymer Engineering